Herr, ich bin nur ein armer Kettenhund steh` nun vor Dir, mein Hals ist wund Fast eingewachsen ist der Ring, mit dem ich an der Kette hing.
Hab Ohrenschmerzen bin fast blind von Regen, Schnee und kaltem Wind, von Rheuma steif sind meine Knochen, bin fast auf meinem Bauch gekrochen aus Angst vor meinem strengen Herrn; denn mich zu streicheln lag ihm fern, hätt` gern gegeben alle Liebe erhalten hab ich oft nur Hiebe, nur so - weil grad im Weg ich stand.
Und hätt` so gern geleckt die Hand für ein wenig Zärtlichkeit, für ein wenig Lob, wär` gern bereit mein armes Leben herzugeben könnt` ich mein Aug´ zu ihm erheben und lesen dann in seinem Blick ein wenig Liebe - doch dieses Glück beschieden hier war es mir nie.
War doch immer nur ein armes "Vieh".
Bin noch nicht alt nach Menschenjahren und hab schon soviel Leid erfahren!
Doch steht einmal mein Herr vor Dir, dann bitt` ich dich, versprich es mir, ich fleh` darum nicht ohne Grund Schick in zurück als Kettenhund
Geh` jeden schweren Gang mit Mir. Sage nie: Ich kann sowas nicht sehen oder es soll in meiner Abwesenheit geschehen.
Alles ist leichter für mich mit Dir!!!
© Unbekannt